Bürgermeister Willi Stift zieht sich aus der Politik zurück
18.12.2009, 9:09 - Für einen Paukenschlag in Tulln sorgte am Dienstag Willi Stift: Der amtierende Bürgermeister zieht sich mit sofortiger Wirkung aus der Politik zurück.
zuletzt bei der Eröffnung des neuen Hauptplatzes
Der Tag ist bewusst gewählt, wie Willi Stift erklärt: „Der heutige Tag ist etwas Besonderes für mich. Genau heute vor 16 Jahren wurde ich zum Bürgermeister dieser Stadt gewählt. Heute vor einer Stunde habe ich meinen Rücktritt eingereicht.“
Seinen Rückzug aus der Stadtpolitik begründet Willi Stift wie folgt: „Ich durfte fast fünf Jahrzehnte lang – 47 Jahre um genau zu sein – für diese Stadt und ihre Menschen arbeiten. 16 Jahre davon als Bürgermeister. Wer mich kennt, weiß, dass ich das stets mit großer Freude getan habe. Nun habe ich entschieden, dass die Zeit für einen Generationswechsel gekommen ist. Indem ich mein Amt mit dem heutigen Tag zurücklege, mache ich den Weg dafür frei. Als mein Nachfolger wurde vom Parteivorstand der Tullner Volkspartei bereits Mag. Peter Eisenschenk nominiert. Die Neuwahl des Bürgermeisters kann noch vor Weihnachten – in der planmäßigen Gemeinderatssitzung am 21. Dezember – erfolgen.“
Willi Stift hat Tulln wie kaum ein anderer Politiker geprägt. Unter seiner Führung entwickelte sich die Stadt – weit über die Grenzen des Landes – zu einer Blumen- und Gartenstadt, zu einer Einkaufs- und Freizeitstadt, zu einer Schul- und Universitätsstadt sowie einer Messestadt. Willi Stift: „Es freut mich, dass es mir in den beiden letzten Jahren gelungen ist, Projekte, die für die Zukunft der Stadt und für die Lebensqualität der Bürger wichtig sind, abzuschließen: Im vergangenen Jahr wurden wir mit der Eröffnung des Wasserpark Tulln und der GARTEN TULLN, der ersten ökologischen Gartenschau Europas – einmal mehr – unserem Ruf als Natur- und Gartenstadt gerecht. Mit dem Spatenstich zum Universitäts- und Forschungszentrum Tulln (UFT) heuer im September hat sich der Campus Tulln endgültig als bedeutender Biotech-Forschungsstandort etabliert. 15 Jahre lang haben wir mit der ÖBB verhandelt. Mit der Sanierung der Donaubrücke, der Errichtung des Donaubrücken-Kreisverkehrs und der Fertigstellung sämtlicher Bahnunterführungen in der Stadt haben wir sowohl im Öffentlichen- als auch im Straßenverkehr den Zug Richtung Zukunft auf Schiene gestellt. Den krönenden Abschluss stellt aber mit Sicherheit der jüngst eröffnete neue Tullner Hauptplatz samt Tiefgarage dar. 10 Jahre lang habe ich mich für dieses Projekt zur Innenstadt-Belebung eingesetzt. Ende November ist es schließlich Wirklichkeit geworden.“
Die ehemals verschlafene Kleinstadt hat sich zu einer blühenden, attraktiven und dynamischen Bezirksstadt entwickelt mit einer Infrastruktur, die ihresgleichen sucht. Dass sich die Stadt national wie international einen Namen gemacht hat, lässt sich aber auch durch die Begeisterung von Willi Stift für Kultur erklären. Die Donaubühne, das Egon-Schiele-Museum, das Römermuseum, das Marc-Aurel-Denkmal oder der Nibelungenbrunnen an der Donaulände – um nur einige Beispiele zu nennen – sind
heute nicht mehr aus Tulln wegzudenken. Ebenso wenig wie die vielen Messen und Ausstellungen.
„Ich werde die Tullner Stadtpolitik natürlich weiterhin mit großem Interesse verfolgen, aktiv einbringen werde ich mich jedoch nicht mehr. Es heißt ja: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist! Mein besonderer Dank gilt meinen Freunden, Unterstützern und Weggefährten, die mit mir gemeinsam das Ziel verfolgt haben, aus Tulln etwas Besonderes zu machen. Ich kann heute mit Stolz sagen, dass uns das gemeinsam gelungen ist. Vielen Dank für Ihr Vertrauen!“






Keine Bewertung erhalten
Erstellen Sie einen verwandten Beitrag




Kommentare
zu diesem Artikel gibt es 0 Kommentare